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Provokative Kriegsspiele gegen Nordkorea gehen weiter

Dienstag, 12. Juni 2018 , von Freeman um 20:00

Normalerweise sabotiert Trump ein "positives" Treffen innerhalb kürzester Zeit mit einem ausfallenden Tweet. Siehe G7-Gipfel. Ich beobachte sein Twitter-Konto deshalb und bisher hat er nichts negatives gezwitschert. Warten wird die nächsten 24 Stunden ab, ob seine Euphorie hält oder ins Gegenteil umschlägt. Es ist nämlich gar nicht so lange her, da hat Trump am 22. September 2017 Kim einen "Madman" genannt, einen "Verrückten".


"Kim Jong-Un aus Nordkorea, der offensichtlich ein Verrückter ist, der nichts dagegen hat, seine Leute zu verhungern oder zu töten, wird wie nie zuvor getestet werden!"

Dann hat Trump Kim als "klein und fett" beschrieben und ihn als den "Raketenmann auf Suizid-Mission" beschimpft.

Heute ist dieser "kleine und fette Verrückte" sein bester Kumpel und Trump hat wiederholt ihm die Hand geschüttelt. Er sagte über Kim: "Ich habe gelernt, dass er ein sehr talentierter Mann ist. Ich habe auch gelernt, dass er sein Land sehr liebt."

In diesem Freudentaumel hat Trump nach dem Treffen angekündigt, er würde den Stopp der gemeinsamen Militärmanöver mit Südkorea - oder "Kriegsspiele", wie er sie richtigerweise nennt, befehlen. Die grossangelegten Übungen wären "ungeheuer teuer" und mit diesem Schritt könne auch viel Geld gespart werden, sagte er.

Ausserdem hat Trump die Manöver als "provokativ" beschrieben, was ehrlich ist, aber die Südkoreaner schockiert hat, die von diesen Äusserungen überrascht wurden.

Handelt es sich wieder nur um ein leeres Versprechen? Denn die US-Streitkräfte haben laut der Sprecherin der US-Streitkräfte in Korea, keine Anweisung zur Beendigung der militärischen Übungen auf der koreanischen Halbinsel bisher erhalten, sagte Oberst Jennifer Lovett gegenüber TASS am Dienstagabend.

"Wir haben keine aktualisierten Anleitungen zur Durchführung oder Einstellung von Trainingsübungen erhalten - einschliesslich Ulchi Freedom Guardian. In Abstimmung mit unseren ROK-Partnern werden wir unsere derzeitige militärische Haltung beibehalten, bis wir vom Verteidigungsministerium und vom / oder Indo-Pacific Command (INDOPACOM) den Befehl bekommen", sagte sie.

Also, die "Kriegsspiele" gehen vor der Nase von Kim munter weiter, der wieder nach Pjöngjang zurückgekehrt ist, und die 37'500 US-Soldaten in Südkorea üben den Angriff auf Nordkorea immer noch.

Wir sehen, Trump kündigt gegenüber der Presse seine Friedensabsichten an, aber tatsächlich gehen die Kriegsvorbereitungen munter weiter. Entweder lügt und täuscht er bewusst, oder wenn er es ernst meint, dann nehmen ihn die Generäle nicht ernst und ignorieren seinen Befehl.

UPDATE: Die Verwirrung über Trumps Aussage, die Manöver der US-Armee würden in Südkorea enden, hat ihren Höhepunkt erreicht, nachdem Vizepräsident Mike Pence gesagt hat, die Militärmanöver gehen weiter.

Ja was denn nun? Präsident und Vizepräsident widersprechen sich!

Ein Offizieller des Büros des Vizepräsidenten musste einschreiten und den Medien erklären, Pence hätte die "Bereitschaftsübungen" gemeint, die weitergehen, und nicht die "Kriegsspiele", die beendet werden.

Nur, was ist denn der Unterschied? Manöver, Bereitschaftsübungen und Kriegsspiele, ist doch alles das selbe und dienen nur dazu, Nordkorea zu provozieren.

Wenn Kim dann aus diesem Grund nicht mit der Abrüstung anfängt, wird man ihm die Schuld für die Nichteinhaltung der Singapur-Vereinbarung ankreiden.

UPDATE 2: Kim Jong-un hat die Einladung von Donald Trump, Washington zu besuchen, angenommen, wie die Staatsmedien von Nordkorea melden!

Was für mich an dem ganzen Treffen und neuen "Verständigung" zwischen USA und DPRK wichtig ist, ein Krieg ist mal vorläufig nicht in Sicht.

insgesamt 5 Kommentare:

  1. Tech- 52 sagt:

    Man sollte nie vergessen wer den Trump gross werden liess und warum. Und wem er dienen muss damit er oben bleibt. Auch wenn er viele Menschen mit seiner Taktik verwirrt, er hat seine Herren und er macht was andere wollen.

  1. Scatty sagt:

    So ist es, alles nur eine Show. Man darf nie vergessen und muß immer daran erinnern, wer hat denn zwei Atombomben auf Städte geworfen....so wie wir ständig einen mit der Nazikeule kriegen, muß man den Amis diese Tat der größten Schande immer wieder bei jeder Gelegenheit vorwerfen.

  1. Gary56 sagt:

    Trump macht die Vorarbeit,damit es wie beim Irak & Libyen leichte Arbeit ist.Hoffentlich fällt der Norden Korea,darauf nicht rein!

  1. Unerhört ! Danke für diesen Artikel, Freeman ! Es ist eine Frechheit und Dreistigkeit was die Amis da treiben.
    Kim sollte seine Atomwaffen nicht aufgeben, sonst endet Korea wie Libyen. Auf Russia Today erschien vorgestern ein kurzer Artikel darüber, dass der Iran Nordkorea zur Wachsamkeit gemahnt hat, weil man auf das Wort der Vereinigten Staaten von Amerika nicht viel geben könne...und Iran hat Recht !

  1. Öl-Schleich sagt:

    Vor ca. 3 Jahren sah ich ein nordkoreanische Dokumentation (Antipropaganda-Video) über die westliche Public Relation Industrie.

    "Nordkorea TV zeigt was westliche Medien verschweigen" (1:36:03 Stunden)
    https://www.youtube.com/watch?v=he_uwSFrdNo

    Zitat:
    UPDATE 2: Kim Jong-un hat die Einladung von Donald Trump, Washington zu besuchen, angenommen, wie die Staatsmedien von Nordkorea melden!
    Ende Zitat.

    Wenn ich er wäre, würde ich niemals in die *Hölle der Löwen* reisen, egal ob zu Lande, zu Wasser, oder in der Luft!
    Und besonderer Schutz vor "Exil-Koreanern" braucht er dort gewiss auch, nicht daß es nachher wieder heist, die Kubaner hätten ne Passagiermaschine abgeschossen.

    ... na hoffentlich nimmt er seinen eigenen Koch und eigene Lebensmittel (inkl. Trinkwasser) mit, und man tritt sich wieder an einem halbwegs neutralen Ort.