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Verlassenes saudisches Konsulatauto in Istanbul gefunden

Montag, 22. Oktober 2018 , von Freeman um 19:00

Eine neue Nachricht zum Mordfall Khashoggi: Die türkische Polizei hat ein verlassenes Auto des saudischen Konsulats in einer Tiefgarage in Istanbul entdeckt.


Das Auto mit diplomatischen Nummernschildern wurde in einer Tiefgarage im Stadtviertel Sultangazi gefunden, so die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu und der Sender TRT World.

Die Fahrzeugpapiere zeigen, dass das Fahrzeug dem Konsulat gehört, fügten sie hinzu. Die Polizei hat Staatsanwälte und das saudische Konsulat um Erlaubnis gebeten, das Fahrzeug zu durchsuchen.

Die Polizei sperrte den Zugang zum Parkplatz ab, wo sich zahlreiche Medienvertreter versammelten.

Wieso lassen die Saudis ihr Konsulatauto stehen? Wurde damit die Leiche oder Leichenteile transportiert? Vielleicht werden darin DNA-Spuren von Khashoggi gefunden.

CIA-Chefin in die Türkei

Gina Haspel, Direktorin der Central Intelligence Agency (CIA), fliegt in die Türkei, um an der Untersuchung im Mordfall Khashoggi teilzunehmen. Quellen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, teilten der Nachrichtenagentur Reuters dies mit.

Ihr Besuch der Türkei findet statt, als der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sich darauf vorbereitet, die ersten Ergebnisse von Ankaras Ermittlungen am Dienstag bekannt zu geben.

US-Präsident Donald Trump sagte bereits, er habe "Top-Geheimdienst-Leute in der Türkei", ohne näher darauf einzugehen.

Trump steht immer noch zu den Killern

Präsident Donald Trump sagte gegenüber USA Today in einem Interview, er glaube, Khashoggis Tod sei "ein Komplott, das schiefgelaufen ist".

Er nannte Khashoggis Tötung "idiotisch und dumm".

Trump sagte, er habe mit dem saudischen Kronprinzen Mohammad bin Salman am Telefon gesprochen und nähere Details darüber, was geschehen sei, würden innerhalb von ein oder zwei Tagen bekannt sein.

"Er sagte, er ist nicht beteiligt, noch der König", sagte Trump über den Kronprinzen.

Trump weigerte sich die Frage zu beantworten, ob er Salmans Leugnung glaube.

Wenn die Beteiligung der saudischen Führung bewiesen werde, "würde ich mich sehr darüber aufregen. Wir müssen es sehen."

Trump deutete an, dass er sich gegen die Bemühungen wehren würde, Waffenlieferungen an das Königreich als Reaktion auf den Mord einzustellen. Es gibt "viele andere" mögliche Strafen, sagte er der Zeitung.

KOMMENTAR: Sieht aus wie wenn Trump die CIA-Chefin, die das Entführungs- und Folterprogramm der CIA leitete und sich durch Zuschauen daran aufgegeilt hat, nach Ankara schickt, damit die Türken nur die Ermittlungsergebnisse am Dienstag bekanntgeben, die Prinz Salmans Beteiligung am Mord aussparen.

Es ist ja schlimm, wie Trump diesen Mord verharmlost, nur als schiefgelaufenes Komplott und "idiotisch und dumm" nennt, und hinter dem Killer-Prinzen steht, damit die amerikanische Rüstungsindustrie weiter Waffen an das saudische Regime verkaufen kann.

Erdogans Ansprache über den Fall wird ab 8:45 Uhr GMT am Dienstag erwartet. Er hat versprochen, die "nackte Wahrheit" zu berichten.

insgesamt 3 Kommentare:

  1. migeha sagt:

    Die Karten in Nahost werden neu gemischt. Man muss sich nur die perfekte Überwachung des Vorgangs durch die Türken vor Augen halten, die nach wie vor eng mit westlichen Diensten Verbunden, wie nicht nur der Besuch der CIA Chefin beweist.

    Der Prinz der noch mit der Verdauung seines innenpolitischen "Großreinemachens" beschäftigt ist, scheint wohl wie weiland Saddam Hussein in Kuwait den durch die "Dienste" ausgelegten Köder geschluckt zu haben und wundert sich nun über die allgemeine Aufregung. So in einem Gespräch mit Kushner. Der junge Mann aufgewachsen in einem mörderischen, menschenverachtenden System ist einfach überfordert. Die Auftraggeber der saudischen "Revolution" frisst nun ihr Kind.

    Trump tut das was ihm von seinen "Diensten" empfohlen wird und die richten sich nach dem was die "Märkte" wollen. Einer der größten Besitzer von Dollars und US-Schuldverschreibungen wird wenn nicht hingerichtet so zumindest kräftig gemolken werden. In einer Zeit wo die Flucht aus dem Dollar nicht nur in Russland, Iran, Venezuela und gemäßigt in China tägliche Praxis auf den Finanzmärkten ein nachvollziehbares Verhalten der US-Amerikaner und ihrer Puppenspieler in den Geldhäfen dieser Welt.

    Die Zahl der "Verschwunden" in sogenannten Geheimgefängnissen der US-Admin aber auch des kleinen, feinen Bruders aus Nahost, geführt von Genf und der Londoner City, geht selbst nach offiziellen Medienberichten über Aussteiger innerhalb dieser Dienste in die Tausende.

    Kashoggi war wie jeder auch ein wertvolles Menschenleben, dass hier geopfert wurde, hatte aber zumindest eine Vergangenheit wenn nicht bis zum Ende innerhalb dieser Dienste. Deshalb wurde hier sicher kein "Unschuldiger" getötet, sondern zumindest ein Mitläufer! Dies weiß sicher auch Trump, weshalb seine Reaktion auch aus diesem Grund verständlicher wird.

  1. NEO sagt:

    Trump: "Wenn die Beteiligung der saudischen Führung bewiesen werde, "würde ich mich sehr darüber aufregen."

    Bedeutet übersetzt: Wenn bewiesen und öffentlich bekannt wird, was Trump inoffiziell schon weiß, wird er sich sehr über die Veröffentlichung dieser unbequemen Wahrheit aufregen, denn seine Nibelungentreue für das Haus Al-Sa'ud und seine geheuchelte Empörung über den hinterhältigen Meuchelmord wären dann nicht mehr miteinander vereinbar.

  1. Wo sind nun eigentlich diese knallharten Beweise, die das saudische Regime völlig bloßstellen? Da hat die US-Regierung ja wohl mal wieder die Kohlen aus dem Feuer geholt.

    Als ich hörte, dass die CIA-Chefin in die Türkei reist, war mir schon klar, dass jetzt überhaupt nichts an die Öffentlichkeit gelangen wird. Es ist hoffnungslos, keiner lehnt sich wirklich gegen die Amis auf.